Schöne Aussichten

Heinrich Ernst

Der Heimatverein Heessen ließ zu seinem 80.Geburtstag auf einem Haldengipfel Hinweistafeln für Spaziergänger aufstellen.

Eine Zechenhalde wird zum Naherholungsgebiet.

Umlagerungsbauwerk: Eine Halde aus Beton und Steinen.
Umlagerungsbauwerk: Eine Halde aus Beton und Steinen.

Nach Schließung der Zeche Sachsen in Heessen, sie wurde von 1912 - 1976 betrieben, blieb neben einigen Gebäuden unter anderem auch eine große Abraumhalde zurück. Der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) begrünte einen Teil der Halde und legte Wege an. Auf einem der höchsten Punkte wurde ein Kunstwerk als Windanzeiger installiert. Neben dieser Halde entstand während der Abbrucharbeiten der Zeche ein Umlagerungsbauwerk (eine Halde aus Beton und Steinen). Auch diese, kleinere Halde wurde begrünt und Wege wurden angelegt.

Bei einem Spaziergang bewunderte ein Mitglied des Heimatvereins die schöne Aussicht auf das Panorama der Stadt Hamm. Schwer war es aber für ihn, selbst als Ortskundiger, die vielen Kirchen und markanten Gebäude mit Namen zu benennen.
Es wurde die Idee geboren, auf der Kuppe der kleinen Halde Orientierungshilfen auf zustellen, wie man sie auf ähnlich Aussichtstürmen oder Berggipfeln findet.
Vom KVR bekamen wir die Information, dass es schon auf einigen Halden im Ruhrgebiet Orientierungshilfen gibt. So bereiste ein Team des Heimatvereins einige Zechenhalden, um sich vor Ort ein Bild von diesen Hinweisschildern und Säulen zu machen. Mit dieser Erfahrung und guten Ideen konnte nun geplant werden.

Aus diesem Stein wurden die vier Säulen geschnitten
Aus diesem Stein wurden die vier Säulen geschnitten

Doch stellte sich die Frage, in welcher Weise diese Orientierungshilfen ausgeführt werden sollten. Sollten es Säulen sein? Wie hoch und breit? Aus Metall, Holz, Naturstein, aus Steinen gemauert oder aus Beton?
Einfacher war dann die Entscheidung wie die einzelnen Objekte dargestellt werden sollten. In einer Platte aus Granit sollten die Objekte als Intarsien aus Messing oder Edelstahl eingearbeitet werden.
Bei allen Überlegungen waren uns zwei Dinge wichtig:

1. Es muss so gebaut werden, dass die Anlage nicht von Randalieren zerstört oder beschädigt werden kann.

2. Das Ganze muss finanzierbar sein.

Bei einer Ortsbegehung erklärte sich Christan Leyer (Architekturstudent) bereit, einen Entwurf zu zeichnen, der die Darstellung der einzelnen Objekte und Gestaltung der Platten umfasst.
Es wurde eine Zeichnung über die Höhe und Breite der Säulen erstellt, und wir entschieden uns für einen Sandstein aus Anröchte.

Vier Säulen sollten entstehen, von denen eine nach Osten, zwei nach Süden, da nach Süden das größte Panorama zu sehen ist, und eine nach Westen weist. Den Blick nach Norden versperrt die alte Abraumhalde der Zeche.

Platte aus Granit mit Intarsien aus Messing.
Platte aus Granit mit Intarsien aus Messing.

Nach Fertigstellung des Entwurfes ersuchten wir bei der Firma Waricut den Besitzer Heinrich Ridder um Unterstützung. Die Firma Waricut stellt Schneidsysteme her, die mit sehr hohem Wasserdruck und bis auf Millimeterbruchteile genau die Umrisse unserer Objekte ausschneiden können.

Zwischenzeitlich hatten wir, mit Unterstützung der Stadt Hamm, zur allgemeinen Gestaltung der Halde große Steinbrocken als Sitzgelegenheiten und als Tisch, aufgestellt. Die Ausbildungswerkstatt des Kolpingwerkes errichtete für uns die vier Fundamente.
Die Auszubildenden waren mit Begeisterung bei der Arbeit. Endlich gab es für sie etwas zu bauen, was stehen bleibt und nicht wieder abgerissen wird.
Beim Ausheben der Baugruben half uns wieder die Stadt Hamm.

Messingbild:: St .Barbara-Klinik Heessen
Messingbild:: St .Barbara-Klinik Heessen

Als Termin zur Fertigstellung der Säulen wurde von uns der 28.05 04 angepeilt, der Tag des traditionellen Schnadeganges, der in diesem Jahr zum 30. mal in der Region stattfand und vom Heimatverein Heessen ausgerichtet wurde.
In den letzten Wochen wurde uns, wie an jeder Baustelle die Zeit etwas knapp. Die Firma Waricut arbeitete im wahrsten Sinne des Wortes mit Hochdruck.
Es war faszinierend anzusehen, wie eine große Maschine so präzise die einzelnen Bilder nach der Vorlage von Christan Leyer ausschnitt.

Schließlich konnten, in der letzten Woche vor dem selbst gesetzten Termin, alle Einzelteile zusammengefügt werden.

Die in Anröchte gefertigten Säulen wurden in die Fundamente gesetzt, die Messingbilder in die Granitplatten eingefügt und abschließend die Granitplatten in die vorgefertigten Öffnungen der Säulen fixiert.Beim Schnadegang wurden unsere Säulen mit den Hinweisschildern, die mit den Namen der einzelnen Objekte und den Entfernungen zum eigenen Standpunkt beschriftet sind, von der Stadtbaurätin Rita Schulze-Böing der Öffentlichkeit übergeben.

Heessen hat nun neben den zwei Schlössern (Schloss Heessen sowie Schloss Oberwerries) und der Waldbühne eine weitere Sehenswürdigkeit.